Carmen ist mitten unter uns.“ 

(Peter Hagmann, Der Blog zur klassische Musik, 11.4.2018)

Die Ouvertüre ertönt – Carmen wünscht sich den Tod. Eine fiktive Figur in der Gestalt eines Tänzers – mal Stier oder Clown, mal Kavalier oder Tod – taucht auf. Carmen weigert sich, mit ihm zu gehen. Er lässt sie ziehen, weicht jedoch fortan nicht mehr von ihrer Seite. Ihre Seele gehört ihm. Carmen wird sterben. Die Karten sind gespielt.


Premiere am 7. April 2018
Dauer: 2 Stunden 43
Französisch, mit deutschen Übertiteln
Stadttheater
Schulklassentarife: 15.–/Person (Weitere Infos)
Einführungsworkshops: salome.boeni@konzerttheaterbern.ch


Die Oper – im Berner Stadttheater aus der Perspektive einer Frau erzählt – handelt vom Übergang vom Leben in den Tod, von Sehnsucht nach Freiheit und Liebe. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen nach dem freien Willen, der Balance zwischen Leidenschaft und Selbstaufgabe, wie auch die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen. „Carmen ist mitten unter uns!“ Wie Carmen, so werden auch wir tagtäglich mit gesellschaftlichen Erwartungen konfrontiert . Wie hat man sich zu benehmen, wie zu kleiden, wem sich unterzuordnen? Ist die Befreiung von gesellschaftlichen Normen erst im Tod zu finden? Weshalb eigentlich trägt Carmen keine Tatoos, Hosenträger und kurze Haare?

„Musik gefährlich wie Zündstoff, unberechenbar und explosiv“ (Marianne Mühlemann, Der Bund, 9.4.2018) und eine spannende Inszenierung erwartet Sie!

Handlung

1. Akt

Auf einem Dorfplatz: Zigeunerinnen – unter ihnen Carmen – strömen aus der Zigarettenfabrik und werden mit gierigen Blicken von Militärs erwartet. Bei einem Streit verletzt Carmen eine Frau mit dem Messer. Carmen wird verhört und begegnet dabei den Militärs mit Spott. Dafür kommt sie ins Gefängnis. Don José hat die Aufgabe, die verführerische Frau zu bewachen und verfällt ihr prompt. Er verhilft ihr zur Flucht, worauf er als Strafe einen Monat eingesperrt wird.

2. Akt

Wieder auf freiem Fuss macht er sich auf zu Carmen, die ihm eine Liebesnacht versprochen hat. Sie tanzt und singt für ihn. Es ertönt eine Trompete, die José zurück ins Militär ruft. Er möchte diesem Ruf folgen, doch Carmen verspottet ihn wegen seines Pflichtbewusstseins und wirft ihm vor, sie nicht zu lieben. José zieht „gezwungenermassen“ mit den Zigeunern in die Berge.

3. Akt

Im Lager der Zigeuner in den Bergen: Carmen hat sich von José abgewandt. Seine Versuche, sie zurückzugewinnen, bleiben erfolglos. Escamillo – der Stierkämpfer – erscheint und berichtet José von seiner Liebe zu Carmen. Dies führt zu einer kämpferischen Auseinandersetzung, in der Carmen José daran hindert, den Torero zu töten. Don José ist ausser sich vor Zorn und Enttäuschung über den Verlust von Carmens Liebe! Escamillo lädt Carmen und die Zigeuner zum Stierkampf nach Sevilla ein. Carmen willigt verliebt ein. Michaëla, eine Verehrerin von Don José, taucht auf und bittet ihn nach Hause. Düster willigt dieser ein – da seine Mutter im Sterben liegt – prophezeit Carmen jedoch ein baldiges Wiedersehen.

4. Akt

In Sevilla, nahe der Stierkampfarena: Escamillo kämpft in der Arena um den Sieg, während Don José Carmen verzweifelt noch einmal seine Liebe beteuert. Sie jedoch liebt Escamillo und verschmäht Josés Vorschlag, ein Leben an seiner Seite zu führen. Darauf ersticht José Carmen. Gleichzeitig jubelt die Menge: Escamillo hat den Stier besiegt!