«Chalandamarz» – die Austreibung des Winters – findet traditionell am 01. März im Engadin statt. Alle Kinder dürfen sich für diesen Umzug eine Glocke aussuchen und natürlich wollen alle die grösste Glocke haben, denn dann dürfen sie weit vorne gehen.


Stadttheater (Wegbeschreibung)
Ab 6 Jahren
Deutsch
Schulklassentarife: 15.–/Person (Weitere Infos)


Ursli verpasst den richtigen Moment und kommt zu spät zum Auswählen. Nur eine ganz kleine Glocke ist noch übrig und traurig und enttäuscht nimmt er sie entgegen. Die Jungen aus dem Dorf hänseln ihn, denn er muss nun am Ende des Zuges gehen. Ursli aber lässt sich die Hänseleien nicht bieten. Er nimmt all seinen Mut zusammen und macht sich auf den Weg in die Alphütte im Maiensäss um dort eine besonders grosse Glocke zu holen. Sein Mut wird belohnt. Eine riesige Treichel hängt in der Alphütte und überglücklich macht er sich damit auf den Weg zurück ins Dorf. Dort wird er freudig empfangen und am Tag des Umzuges darf Ursli nun ganz vorne weg gehen.

Arbeitsauftrag

Kennt ihr den Unterschied zwischen einer Glocke und einer Treichel?

Die Treichel und die Glocke unterscheiden sich in ihrer Form und ihrem Klang. Die Glocken haben einen eher hellen und klaren Klang, denn sie sind unten weiter als oben. Die Treichel dagegen schliesst sich gegen unten. Natürlich ist sie nicht ganz zu, sonst könnte innen kein Pendel sein.

Familienkonzert in Bern - der Schellenursli: Eine Zeichnung zur Erklärung des Unterschieds zwischen Treichel und Glocke

Die Treicheln und die Glocken werden aus Bronze gegossen und die Halterung ist aus Leder. Ganz oft werden schöne Verzierungen in die Glocken gegossen, wie zum Beispiel ein Schweizerkreuz oder eine Kuh. Die Treichel hingegen bleibt ohne Verzierung.

Wir freuen uns, wenn Sie uns am Familienkonzert iin Bern am 24. Dezember oder am 26. Dezember besuchen.

Wer am 24. oder 26. Dezember mitsingen will beim grossen Chalandamarz und so den Glockenumzug unterstützen will, der findet hier das Lied.

>> Chalandamarz-Lied

Da der 24. Dezember Heiligabend ist, können sich die Kinder auf ein kleines Geschenk freuen.

Das Berner Symphonieorchester freut sich, die Uraufführung einer Konzertfassung der bekannten Geschichte «Der Schellenursli» am Familienkonzert in Bern im Stadttheater gestalten zu dürfen. Der Schweizer Komponist Nils Frédéric Hoffmann komponierte das Werk eigens für das Berner Symphonieorchester.

Im letzten Jahr wurde «Der kleine Prinz» von Nils Frédéric Hoffmann bei uns aufgeführt. Zu diesem Ereignis haben wir ein Interview mit ihm geführt, welches wir gerne hier veröffentlichen.

Junges KTB: Was war für Sie ein prägendes Musikerlebnis in ihrer Kindheit in der Schweiz?

Nils Frédéric Hoffmann: Ich wohnte in Neuchâtel in einer wunderbaren Villa, in der Maladière 80, genau gegenüber der Schule und deswegen kam ich jeden Tag zu spät. Ich hatte eine sehr nette Lehrerin, und die spielte uns einmal eine Musik vor und fragte: “An was erinnert euch diese Musik?” Und ich sagte:” An fallenden Schnee” und in diesem Moment fing es an zu schneien. Das hat mich sehr beeindruckt. Die Musik habe ich nie wieder gehört.

Wollten Sie schon immer Komponist werden?

Ich wollte Forscher – Explorateur – werden und mit einem Tropenhelm auf dem Kopf in Afrika unbekannte Länder finden. Dann wollte ich Eishockeyspieler werden und bin bis heute ein guter Schlittschuhfahrer geblieben. Jetzt gleite ich durch die Musikwelt und denke mir neue Länder aus.

Was macht ein Komponist an einem gewöhnlichen Arbeitstag?

Ich mache so viele Dinge: Radtouren, Inlineskaten, Nordic Walking, Konzerte organisieren, berühmte Opern für Kinder umschreiben und zusammen mit jungen Sängern aufführen und ich habe gerne Gäste, koche gerne und besuche meine Enkel, um ihnen lustige Geschichten zu erzählen.

Haben Sie viele Freunde, die auch Komponisten sind?

Der bekannteste war Hans Werner Henze. Mit ihm habe ich drei Stücke gemeinsam geschrieben. Aber es gibt viele, die nicht so bekannt sind, und mit denen ich fast schon ein halbes Jahrhundert befreundet bin. Ich kenne auch viele junge Komponisten, von denen ich viel lerne und die vielleicht auch etwas von mir lernen – einer davon ist mein Sohn.

Können Sie sich an den Moment erinnern, als Ihnen die erste Idee für die Musik zum kleinen Prinzen in den Sinn kam?

Eines Tages habe ich den Gedanken gehabt: Warum schreibst du nicht ein Stück wie “Peter und der Wolf?”. Dann habe ich gedacht “Der kleine Prinz” ist genau der richtige Text dafür. Innerhalb eines Tages war fast die ganze Musik in meinem Kopf fertig. Und in sechs Wochen habe ich dann alles aufgeschrieben – mit meinem Notenschreibprogramm. Das war vor fünf Jahren und seitdem haben über 12 Orchester diese Musik gespielt.

Hatten Sie als Kind ein Vorbild? Wenn ja, haben Sie heute auch noch ein Vorbild?

Ich hatte nie ein Vorbild. Vielleicht, weil ich nicht enttäuscht werden wollte.

 

 

Termine:

Do, 24. Dezember 2015, 12:00

Sa, 26. Dezember 2015, 15:00

Stadttheater Bern

Dirigent: Georg Köhler

Erzähler: Stefano Wenk

 

Mehr Informationen über den Schellenursli und weitere Familienkonzerte in Bern am Konzert Theater Bern erhalten Sie hier: http://www.konzerttheaterbern.ch/bso/familienkonzerte/