„Wir werden überwacht, nicht weil wir Schlimmes im Sinn führen, sondern gerade weil wir harmlos sind.“ (Tobi Müller, Die Akte Bern)

Die Schweiz – ein Überwachungsstaat? Seit dem berühmten Fichenskandal weiss man, dass berühmte Schrifsteller wie Max Frisch  bewacht und bespitzelt wurden. Mit dem Skandal kommt 1989 ans Licht, dass über hundertthausend politisch aktive Schweizer Bürgerinnen und Bürger davon betroffen waren. Will man tiefer graben, stösst man auf eine Flut von Informationen, Korrespondenzen und Berichten jedweder Art. Der Journalist und Dramaturg Tobi Müller verfasste aufgrund gesammelter Recherchen eine Theaterfassung, die erstmals im Mai Premiere feiert.


Premiere am 03. Mai 2018
Weitere Vorstellungen
05., 08., 15., 23., 31.05
05. Jun 2018, 19:30
ab 16 Jahren
Schulklassentarife: 10.–/Person (Weitere Infos)
Für Workshops: vermittlung@konzerttheaterbern.ch


„Die Schweizer sagen gerne: Doppelt genäht hält besser.
Das ist der Grund, warum sie sich selber überwachen und sich gegenseitig besonders gründlich überwachen, sehr demokratisch, alle dürfen mitmachen,
#DieSchweizIstEinGefängnis, #DemocracyOfSurveillance.“ (Tobi Müller, die Akte Bern)

Das dokumentarische Stück besticht durch seinen Online-Charakter, prominente Politiker kommen zu Wort, Aktivisten erheben ihre Stimme, die politischen Achtziger und deren Ereignisse rund um die Reithalle – all das wird in alltägliche wie auch verfremdeten Situationen reflektiert. Likes, Hahas und Hashtags durchdringen das Stück. Die Sprache von Social Media trifft auf die Auseinandersetzung mit historischen Schweizer Begebenheiten.

 

Foto: © Philipp Zinniker

 

Wie sieht das aus, wenn sich kollektives Misstrauen und gegenseitige Bespitzelung breitmachen? Und was macht das Theater damit? Diese Fragen hat sich der Regisseur Christoph Frick gestellt und einen vielschichtigen und denkwürdigen Theaterabend geschaffen.  „Wer über Datenschutz und Überwachung redet, badet gerne in Traurigkeit oder Empörung“, heisst es in Müllers Text. Jeder, der sich auf das Stück, dessen Inhalt und vor allem teilweise schillernde Inszenierung einlässt, merkt schnell, dass Traurigkeit und Empörung den Anfang und nicht das Ende dieses informationsüberflutenden Manövers darstellen.