1967 erschien das Bilderbuch Die Reise nach Tripiti des Schweizers H. U. Steger. Dieses Reisebilderbuch, das sich kritisch mit der Kultur der «Wegwerfgesellschaft» auseinandersetzt, erfreut sich seither grosser Beliebtheit. Die ausrangierten Spielzeug-Figuren, die sich in dieser Geschichte auf einen abenteuerlichen Weg machen, bergen in sich – gerade durch ihre Fehler und Schwächen, Ecken und Kanten – grosses theatralisches Potential. Auf der Grundlage dieses Kinderbuches hat der junge schweizer Komponist Fabian Künzli eine unterhaltsame und abenteuerliche Familienoper erschaffen, die nun in Koproduktion mit dem Theater Winterthur zur Uraufführung gelangt.


Premiere am 11. Januar 2017, 18:30h
Dauer: ca. 90 Minuten inkl. Pause
Stadttheater (Wegbeschreibung)
Ab 5 Jahren
Schulklassentarife: 15.–/Person (Weitere Infos)
Für Einführungsworkshops: vermittlung@konzerttheaterbern.ch
Familien-Spezialpreis: Bis zu zwei Erwachsene, die von einem Kind begleitet werden, erhalten ihre Karten um 50 % rabattiert.*


Geschichte

Theodor ist ein alter, kaputter Teddybär. Ihm fehlen ein Auge und ein Ohr. Aber Max liebt seinen „Theobär“ trotzdem über alles und schläft jeden Abend mit ihm ein. Eines Nachts träumt er, dass ihm seine Eltern den Bären wegnehmen und auf die Müllhalde werfen.

Traktorfund

Auf der Müllhalde gelandet, brummt Theodor das Lied von Tripiti, einem Ort, an dem auch kaputte Spielzeuge herzlich willkommen sind. Da taucht Kaspar auf. Ein altes Holzpferd, dem das vierte Rad abhanden gekommen ist. Kaspar hört das Lied von Tripiti und beschliesst, mit dem Bären mitzureisen. Gerade als die beiden sich auf den Weg machen wollen, taucht eine komische Gestalt auf: Eine Trachtenpuppe ohne Kopf. Die Trachtenpuppe stellt sich als Resi vor und weil auch ihr etwas fehlt, wird sie von den beiden gleich überredet mitzukommen. Allerdings kommen die drei nur schleppend vorwärts. Insbesondere weil Kaspar ein Rad fehlt. Deshalb suchen sie auf dem Sperrmüll nach einem neuen Rad. Ein passendes Rad finden sie zwar nicht. Dafür etwas viel Besseres: Einen Spielzeugtraktor! Nachdem sie auch einen passenden Schlüssel gefunden haben, springt der Motor wieder an und die drei können die Reise gemütlich auf dem Traktor fahrend fortsetzen.

Suche nach dem Babuschka-Kindmax

Nach einiger Zeit geraten sie an einen Fluss, wo sie eine Babuschka-Familie antreffen. Die ganze Familie ist schrecklich aufgelöst, weil das kleinste Babuschka-Kind verschwunden ist. Die Gruppe verwandelt den Traktor mithilfe von Gummireifen in ein Floss und reist nun auf dem Fluss weiter. Und die Babuschka-Familie haben sie gleich mitgenommen. Plötzlich schwimmt auf dem Wasser vor dem Floss ein kleines Paket und als es näherkommt, erkennt Babuschka ihr Kind wieder. Welch eine Freude, als die Familie wieder komplett ist!

Ankunft in Tripiti

Wieder auf dem Festland, treffen die Reisenden auf Ali, einen Turner, dessen Stelzbein kaputt ist. Ali kennt sich aber vor Ort aus und bringt die Gruppe zu einem Markt, wo es angeblich die passenden Ersatzteile zu kaufen gibt. Der Markt ist gross und chaotisch. Beinahe wird die Gruppe auseinandergerissen. Doch schlussendlich finden sich alle wieder. Doch die erhofften Ersatzteile sind nicht auffindbar. Dafür ist die Gruppe plötzlich unverhofft gewachsen: Der kleine Max ist dazugestossen und zu allem Glück weiss er den Weg nach Mikropolis. In der Stadt wohnen die besten Handwerker der Welt und im Handumdrehen reparieren sie geschickt alle fehlenden Augen, Ohren, Räder und Köpfe und machen das gebrochene Stelzbein wieder ganz. „Wunderbar!“ denkt Theodor, „jetzt können wir wieder nach Hause“. Aber so kurz vor dem Ziel wollen seine neuen Freunde dann doch nicht aufgeben. Also besteigt die Reisegruppe die Fähre nach Tripiti. Dort angekommen, werden sie von einer Kinderschar, wie erträumt mit offenen Armen, empfangen.


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Figuren

theodorTheodor

Theodor ist ein alter, grosser, dicker Teddybär. Weil ihm ein Ohr fehlt, trägt er stets eine Mütze, damit man seinen Makel nicht sieht. Wie für Bären üblich, hat Theodor eine tiefe, laute Stimme, mit der er aber nicht nur brüllen, sondern auch reden und sogar singen kann!

 

 

kasparKaspar

Kaspar ist ein Holzpferd, das einmal vier Räder hatte. Damals liebten die Kinder das Pferd, weil man damit wunderbar durch die Gegend reiten konnte. Aber seit Kaspar ein Rad verloren hat, will niemand mehr mit ihm spielen und so ist er auf der Müllhalde gelandet. Kaspar kann mit seiner Stimme wiehern und ganz hoch singen, weil er ja ein Pferd ist.

 

resiResi

Resi ist eine Puppe, die die Haare früher in zwei knallorangen Zöpfen trug. Aber weil sie ihr Puppenköpfchen verloren hat, sind nun auch die schönen Zöpfe weg. Aber das auffällige rote Kleid trägt sie immer noch am liebsten. Ihre Stimme ist ganz hoch, schliesslich ist sie noch ein Mädchen. Resi kann damit singen wie ein Vögelchen.

 

babuschkaBabuschka

Babuschka ist nicht alleine, sondern gleich zu viert. Eigentlich. Aber seit sie ihr kleinstes Kind verloren hat, sind sie nur noch zu dritt und schrecklich traurig. Ob das Kleine eines Tages wieder auftaucht?

 

 

aliAli

Ali ist ein Turner. Oder besser gesagt: Ali war ein Turner. Denn seit sein Stelzbein gebrochen ist, will ihm kein Kunststück mehr so richtig gelingen. So kann er unmöglich bei den gefährlichen menschlichen Pyramiden seiner Akrobatengruppe mehr mitmachen. Aber wer weiss, vielleicht wird ja aus Ali, nachdem sein Bein in Mikropolis wieder geflickt wurde, doch noch ein weltbekannter Artist.

 

 


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Zum Mitsingen

Wusstest du, dass das Lied von Tripiti, dass Theodor von Max gelernt hat, gar nicht so schwer ist? Wenn du schon ein bisschen notenlesen kannst, kannst du es dir mit den folgenden Noten sogar selbst beibringen. Ansonsten kannst du dir auf jeden Fall schon mal den Text merken!

-> Tripiti-Lied

 


Leon, der kleine grosse Star

Leon ist erst 8 und trotzdem schon der Star in Die Reise nach Tripiti. Er ist nicht nur Sänger im Kinderchor, sondern spielt zudem Max, den Jungen, dem Theodor gehört. Wir haben Leon vor einer Probe getroffen, um mit ihm über seine Rolle und anderes zu reden.

Name: Leon

Alter: 8

Traumberuf: Anwalt oder Arzt

Hobbies: Singen, Schauspielen, Klavierspielen, Tennis, Golf

Lieblingsessen: Tortellini

Lieblingsbuch: Gregs Tagebuch

Lieblingslied: Astronaut, We will rock you und Duele el Corazon

 

 

 

 

Was ist deine Rolle in Die Reise nach Tripiti?
Ich spiele Max, den Jungen, dem der Lieblingsteddy von seinen Eltern weggenommen wird, weil er kaputt ist.

Hattest du vorher bereits Bühnenerfahrung oder stehst du gerade zum ersten Mal auf der Bühne?
Ich habe bereit bei zwei Stücken von Konzert Theater Bern mitgespielt. Nämlich Wie im Himmel, von dem gerade die letzte Vorstellung stattfand, sowie Giuseppe Verdis Oper Ein Maskenball.

Wie lange und wie oft hast du denn in der letzten Zeit für Die Reise nach Tripiti geprobt?
Die Proben begannen im November und fanden zuerst ca. einmal wöchentlich statt. Seit Dezember proben wir aber jeden Tag.

Und wie läuft denn so eine Probe ab?
Wir treffen uns jeweils kurz vor der Probe mit dem Kinderchor, um uns etwas einzusingen. Dann zu Beginn der Probe gibt es eine Ansage, welche Szene wir jetzt machen, und dann geht es auch schon los. Wenn dann nicht alles perfekt lief, dann wird die Stelle wiederholt, bis alles sitzt.

Wie ist es, der mit Abstand jüngste der Hauptdarsteller zu sein?
Naja, ich muss oft warten, bis die älteren auch alles verstanden haben. lacht…

Musstest du zuhause viel Text lernen?
Ja, ich habe anfangs jeweils die Proben aufgenommen, um mir dann zuhause den Text anhören zu können. So habe ich mir alles eingeprägt.

Wie wird dein Kostüm aussehen?
Ehrlich gesagt habe ich es bisher erst einmal kurz für eine Anprobe getragen. Bis jetzt haben wir immer in Alltagskleidung geprobt. Aber ab morgen proben wir dann im Kostüm und mit Perücke. Da bin ich schon ein bisschen aufgeregt.

Apropos Aufregung, in einer Woche findet die Premiere statt. Wie fühlst du dich?
Ich bin schon jetzt schrecklich aufgeregt und hoffe, dass dann alles gut geht.

Ist es denn schon vorgekommen, dass etwas schief läuft?
Oh ja! Bei der Premiere von Ein Maskenball ist meine Krone runtergefallen und im Auffangnetz über dem Orchestergraben gelandet. Das war mir schrecklich peinlich, weil meine Familie und meine Freunde im Publikum sassen, und ich wollte sie schleunigst wieder rausholen, doch dann wurde mir gesagt, ich solle sie dort einfach liegenlassen und weiterspielen.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Premiere! Wir hoffen, dass diesmal nichts schief läuft.


Trailer

 

 


* Begrenztes Kontingent, nicht mit anderen Ermässigungen kombinierbar; Rabatt kann nicht nachträglich gewährt werden; Buchung nur direkt an der Billettkasse.