Der Nationale Zukunftstag setzt sich zum Ziel, Kindern einen Einblick in die Berufswelt der Erwachsenen zu geben. Damit man ein Theaterstück auf die Beine stellen und vor einem Publikum aufführen kann, wird nicht nur eine Menge Arbeit auf der Bühne geleistet, sondern auch hinter den Kulissen. Die Theaterwelt steckt voller faszinierender Berufe und einige von ihnen haben wir am diesjährigen Zukunftstag von kennengelernt.

Auf der Probe bei Tom Sawyer

Gestartet hat der Zukunftstag in den Werkstätten in der Felsenau. Dort werden die Bühnenbilder für die Aufführungen hergestellt und es gibt Proberäume, in denen die Schauspielerinnen und Schauspieler ihre Szenen üben. Gleich zu Beginn durften wir bei einer Probe für das diesjährige Weihnachtsmärchen «Die Abenteuer des Tom Sawyer» dabei sein. Wir beobachteten die beiden Hauptdarsteller Tobias Krüger und David Berger sowie die Regisseurin Patricia Benecke, bei ihrer Arbeit. Die Schauspieler hatten die Szene noch nie zuvor zusammen durchgespielt. Umso interessanter war es, ihnen beim Improvisieren zuzusehen. Patricia Benecke gab den Schauspielern zwischendurch Anweisungen und die Souffleuse Sabine Bremer half ihnen, wenn sie sich nicht mehr an den Text erinnern konnten.

Das Stück erzählt von dem Jungen Tom Sawyer und seinem besten Freund Huckleberry Finn. Die beiden sind immer für einen Spass zu haben und lassen sich schliesslich auf ein gewagtes Abenteuer ein. Sehr interessant ist, dass in diesem Stück die Gegenstände auf der Bühne (zum Beispiel eine Windmühle oder ein Grab) viel grösser gestaltet sind, als sie in Wirklichkeit wären. Damit will die Bühnenbildnerin Konastantina Dacheva erreichen, dass die erwachsenen Schauspielerinnen und Schauspieler für die Zuschauer wie Kinder wirken.

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Bei der Probe dabei: Die beiden Schauspieler David Berger (links, spielt Huckleberry Finn) und Tobias Krüger (mitte, spielt Tom Sawyer) mit der Regisseurin Patricia Benecke.

Die Werkstätten von Konzert Theater Bern

Nach einem Einblick in das Geschehen auf der Bühne konnten wir in einer Führung durch die Werkstätten den Leuten in der Schreinerei, der Schlosserei und dem Malsaal über die Schulter blicken. Dominik Lehmann Flury hat uns auf dem Rundgang erklärt, was beim Bauen eines Holzgerüstes wichtig ist und wie die teilweise meterhohen Konstruktionen mit Lastwagen von der Felsenau zum Stadttheater transportiert werden. Bei Theatermalerin Barbara Bono durften wir verschiedene Pinsel ausprobieren und einen Blick auf das Modell des Bühnenbildes für die Oper „Le Nozze di Figaro“ werfen.

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Dominik Lehmann Flury, Schreiner (oben), und Barbara Bono, Theatermalerin, haben uns durch die Werkstätten geführt.

Meet and Greet mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen

Nach einer Portion Gnocchi mit Tomatensauce war keineswegs Siesta angesagt! Es ging in der Mansarde des neu renovierten Stadttheaters weiter. Vier Mitarbeitende des Konzert Theater Bern haben uns von ihrer Arbeit erzählt und unsere zahlreichen Fragen beantwortet.

Die Hutmacherin Marina Fröhlin zeigte uns eine Auswahl an Kopfbedeckungen, die die Schauspieler und Opernsänger auf der Bühne tragen. Von Zylindern über Blumen und Federschmuck bis hin zu Hochzeitsschleiern und Kronen war fast alles dabei. Nebenan erklärte Rainer Wolf, Maskenbildner beim Konzert Theater Bern, sein Handwerk und brachte uns einige Masken mit, die wir anziehen konnten. Die Opernsängerin Evgenia Grekova erzählte uns, was sie macht, wenn sie oder ihre Kollegen während einer Vorstellung ungeplant lachen müssen und sang uns ein paar Töne aus ihren bisherigen Aufführungen vor. Emanuel Bütler, Musiker beim Berner Synphonieorchester, spielte uns verschiedene Ausschnitte seiner Lieblingsstücke vor und erzählte, dass besonders wertvolle Violinen auch mehr als 1 Million Franken kosten können.

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Maskenbildner Rainer Wolf (oben) und Hutmacherin Marina Fröhlin erklären ihren Beruf.

 

Zum Schluss wurden wir durchs neu renovierte Stadttheater geführt. Noch vor der Eröffnung durften wir einen Blick in den umgebauten Theatersaal werfen. Es gibt jetzt neue, bequemere Sitze und viel mehr Platz für die Beine. Aber das ist natürlich nicht alles, die goldenen Verzierungen wurden neu bemalt, die Wände mit neuen Farben bestrichen, der Boden niegel-nagel-neu gemacht.  Auch der Orchestergraben hat eine rundum Erneuerung erhalten und ist jetzt grösser, damit die Musikerinnen und Musiker mehr Platz haben.

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Am Zukunftstag 2016 gab es einen exklusiven Einblick in das neu sanierte Stadttheater