Ta|bu|la ra|sa

Tabula rasa machen (reinen Tisch machen)
  1. (Philosophie) ursprünglicher Zustand der Seele (vor ihrem Geprägtwerden durch Eindrücke, Erfahrungen)
  2. (bildungssprachlich) etwas, was durch nichts [mehr] vorgeprägt ist, [einen Neubeginn ermöglicht]
  3. in »[mit etwas] Tabula rasa machen«

Wenn man sich im Duden nach diesem Begriff umschaut, bekommt man noch keine allzu konkrete Vorahnung auf was die Tanzcompagnie mit diesem Titel hinauswill. Aber vielleicht ist auch genau das der Punkt an der Sache: Nicht zu wissen, auf was man sich einlässt und sich dem voll und ganz hinzugeben, was einem präsentiert wird.

Wer mehr dazu wissen will, kann sich die neue Produktion von Estefania Miranda anschauen!


Premiere am 16. Februar 2018
Vidmar 1

Schulklassentarife: 10.–/Person (Weitere Infos)
Für Compagnieworkshops: max.schaffenberger@konzerttheaterbern.ch


Lebensbiographien, historische Zeitabschnitte, intelektuelle Geisteszustände, gesellschaftliche Normen oder einfach klassische Werke berühmter Komponistinnen und Choreographen – wenn es um die Suche nach geeignetem Stoff für die aktuelle Spielzeit geht, breitet die Tanz Compagnie von Estefania Miranda ihren Fächer aus und entwirft immer wieder ein neues und abwechslungsreiches Bewegungsvokabular. Diesmal betritt man die schwer fassbare und flüchtige Welt fernöstlicher Meditationweisen und erfährt, welche geistesverändernden Zustände damit einher gehen können. Die Compagnie macht dort weiter, wo sie Anfangs Spielzeit bereits begonnen hat. Denn mit dem erfolgreiche Mix von verschiedenen Tanzstücken, wie bei der letzten Produktion Sacre/Faun/Bolero, die am selben Abend nacheinander gezeigt wurden, wird auch diesmal neben Mirandas neuem namensgebenden Tabula Rasa das Werk zweier Choreographen zu sehen sein. Auch hier erwarten wir von der Musik über die Bühne bis zur Bewegung drei ganz unterschiedliche Perspektiven auf das Thema. Da treffen Arvo Pärts sakral anmutenden Klänge auf Michael Gordons ryhtmische Stimmungen. James Wilton choregraphiert Trimurti (Uraufführung) und Ihsan Rustem Yidam (Schweizer Erstaufführung). Wie eng dabei Tanz und Ekstase, religiöse Erfahrung und künsterlischer Anspruch nebeneinanderstehen wird sich mit diesem attraktiven Dreiergespann offenbaren. Der von uns immer wieder empfohlene unvoreingenommene und frische Blick auf die Tanzstücke raten wir auch hier.

Der Kopf ist leer, die Augen sind offen, der Geist ist wach: Tabula Rasa!